squealer behindcloseddorrBeschäftigt man sich eingehender mit der deutschen Band SQUEALER, dann kommen einem eigentlich konstant zwei Fragen in den Sinn. „Was hätte aus dieser Band werden können, wenn manches anders gelaufen wäre?“ und „Die existieren immer noch?“.

Es hätte jedenfalls nicht verwundert, wenn SQUEALER irgendwann in den letzten Jahren nach all den Rückschlägen und dazu gehört vor allem, aber nicht nur der Tod des Sängers und AFM-Records Gründer Andy Allendörfer (2005) das Handtuch geworfen oder die weiße Flagge gehisst hätten, aber in der Besetzung Sebastian Werner (Gesang), Lars Döring (Gitarre), Michael Schiel (Gitarre) und Manuel Roth (Bass) haben sie 10 Jahre nach „The Circle Shuts“ nun tatsächlich ein neues Album am Start. Martin Winter als Schlagzeuger ist inzwischen auch wieder mit an Bord.

Dieses heißt „Behind Closed Doors“ und präsentiert eine Band, die nicht in der Vergangenheit zu leben scheint, sondern man serviert dem Hörer zeitgemäßen Heavy Metal, der wie man es von der Band gewohnt ist, auch wirklich heavy ist.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich im Zuge der ersten EDGUY Erfolge 1999 auf das „The Prophecy“ Album, bei dem Tobias Sammet einen Gastauftritt hat, aufmerksam geworden bin und mir damals das Material fast schon zu hart war.

Nun gut, Zeiten ändern sich, aber gleich geblieben ist, dass SQUEALER immer noch eine von Thrash und Power Metal inspirierte Variante des Heavy Metals machen. Interessant ist nun beim „Behind Closed Doors“ Album, das die Band auch auffällig mit hymnischen und eingängigen Refrains arbeitet, man höre das Titelstück oder auch „Time Goes By“. Auf der anderen Seite stehen dann Songs wie „Foolish Man’s Invasion“ oder „Dream Shot“, die recht stark an ANNIHILATOR erinnern, also an so eine Kombination aus dem alten und dem neuen Thrash Metal, die Songs sind dabei nicht ultraschnell, sondern eher groovig gehalten.

Dieses Schema zieht die Band dann auch gnadenlos bis zum Ende durch, wobei die letzten beiden Songs „Worlds Collide“ und „M:O:T:M“ dann doch etwas experimenteller werden, „Into The Past“ hingegen klingt in der Mitte des Albums fast wie eine Doom-Metal-Nummer, um dann einen recht fröhlichen GAMMA RAY-artigen Chorus zu haben. Für Abwechslung ist also definitiv auf „Behind Closed Doors“ gesorgt, man kann die Platte von Anfang bis Ende prima hören, mit der Eigenständigkeit hapert es eben etwas, man fühlt sich doch häufig an andere Bands erinnert. Besagtes „Into The Past“ klingt im letzten Drittel dann wiederum sehr stark nach den bereits erwähnten ANNIHILATOR.

Immerhin servieren uns SQUEALER auf „Behind Closed Doors“ ein Album, das Eier hat und nicht im Kitsch versinkt und auch nicht überproduziert klingt, was auch eine Gefahr ist, wenn eine Band eine halbe Ewigkeit an einem Album arbeitet. Gute Scheibe, der am Ende das besondere Element fehlt, das den Unterschied machen kann und eine noch bessere Bewertung rechtfertigen würde. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 51:00 min
Label: Pride & Joy Music
Veröffentlichungstermin: 23.02.2018

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